Anna


       Anna

              Geschichten 
              für klein und GROSS


 

 

 

Übersicht:

 

Anna und der Sternenhimmel

Anna und die Verwandlung

Anna und der Wächter der Nacht

Anna unter Schafen 

Anna und die Musik

Anna und das Wiedersehen

Anna und der rasende Zug

Anna und der Zauberring 

 

Anna und der Sternenhimmel

Anna und der Sternenhimmel

Eines morgens, draussen war es sehr ungemütlich, stand Anna am grossen Wohnzimmerfenster und schaute in den Himmel. 

„So grau ist es heute. Da sieht man ja kaum die Hand vor Augen. Kaum vorstellbar, dass dort oben ein weiter Himmel ist. Oder dass da gar leuchtende Sterne sind“, flüsterte sie leise vor sich hin. 

Aus dem Radio ertönte den ganzen Morgen schon wunderschöne Weihnachtsmusik. Ein Gefühl der Geborgenheit floss friedlich durch Anna hindurch.

Plötzlich hörte Anna ein Lied, welches von einem Engel handelte. Das alte Lieblingslied von Annas Mama: „There must be an Angel“ von den Eurythmics. Anna wurde es ganz warm ums Herz. 

Der Himmel öffnete sich in ihrer Fantasie und das ganze Weltall war zu sehen. Und es war gar nicht schwarz, so wie sich die Menschen das All immer vorstellen. Nein, es war sooo leuchtend wegen der Millionen und Abermillionen von Sternen.

Anna hob ihre Arme in die Luft und schwang sie von links nach rechts zur Musik. War das schön! Wie auf einem riesengrossen Konzert….denn die Sterne schwangen mit. Im Weltall! Alle bewegten sich zur Musik, die in Annas Wohnzimmer erklang.

Wie war das alles möglich? Und wie immer, wenn Anna etwas Aussergewöhnliches erlebte: Sie dachte gar nicht weiter darüber nach sondern genoss einfach den jetzigen Moment mit all seiner Schönheit.

Sternen-Tanzen-Zeit. Einfach zauberhaft.

Anna und die Verwandlung

Anna und die Verwandlung

 

Anna und ihre Freundin Kathi liegen im Gras und schauen wieder einmal verträumt in den Himmel. Die Sonne scheint und die beiden Freundinnen spielen „Wolkenraten“.

„Da“, ruft Kathi „Ein Hund.“ Und die weiße, flauschige Wolke sieht wirklich aus wie ein kleiner Hundewelpe. Grosser Kopf. Eine, nein, sogar zwei Pfoten sind zu sehen und eine Rute, die zu wedeln scheint. „Niiiiedlich“, schreit Anna. „Jetzt hat er mich angeschaut“, ruft Kathi.

„Oh“, sagt Anna, „Ich sehe einen Vogel. Könnte ein Bussard oder ein Adler sein.“ „Wo?“ ruft Kathi laut. „Wo ist er? Zeig mal!“

Anna antwortet nicht, zeigt nur mit dem Finger auf diesen grossen Vogel und scheint schon wieder in einer anderen Welt zu sein. Für Kathi ist das nichts Neues. Dann ist Anna für einige Augenblicke immer ganz ruhig und schaut völlig gebannt irgendwo in der Gegend herum. "Tagtraum" sagt Kathis Mutter immer dazu. Ja, Anna scheint wirklich ein wenig zu träumen. Sie ist mit ihren Gedanken nicht so ganz hier auf der Wiese. Und wirkt irgendwie auch nicht ganz wach.

Anna selbst ist wieder einmal völlig fasziniert von dem, was sie da gerade erlebt:

Sie setzt sich auf. Fühlt auf ihrem Rücken plötzlich zwei Flügel. Breitet diese langsam aus. Reckt und streckt sich. „Wow! Geil!“, denkt Anna. „Ich habe Flügel! Zwischen meinen Schulterblättern“. 

Und als wäre das noch nicht genug, verwandelt sich Anna weiter. Ihr Kopf wird zu einem Adlerkopf mit Schnabel. Ihre Beine verschwinden und verwandeln sich in Krallen. Sie streckt sich einige Male, schlägt mit den Flügeln. So, wie es ein junger Vogel in seinem Nest macht. Hebt ein kleines Stück ab. Und mit dem nächsten Flügelschlag hebt sie ganz ab. Wundervoll.

Anna fliegt los. Über einen weiten Ozean. Sie entdeckt drei lebensfrohe Delfine, die sie eine Weile lang begleiten. Sie lächeln, hüpfen und springen. Toben im Wasser.

Anna erwischt die nächste Thermik und steigt auf. Sie fühlt sich frei. So frei. Einfach fantastisch! Sie legt ihre Flügel an und stürzt sich mit einem lauten Schrei in die Tiefe. „Ist das geeeeil“, ruft Anna. Sie lacht und jubelt. Sie trudelt ein bisschen und nimmt dann den Schwung der nächsten Böe auf um wieder in den Himmel zu fliegen. Sie macht eine Wende, fliegt kopfüber einen Kreis und in einem weiten Bogen lässt sie sich tragen. Ja, die Luft trägt sie. Sie fühlt sich getragen - nur von der Luft. Wow! Einige Momente lässt Anna sich einfach treiben und kommt dann mit einem kurzen Jubel-Schrei zurück in den Moment.

Ein riesiges, breites Grinsen im Gesicht, auf dem Rücken noch eine Vogelfeder.

Kathi schaut Anna lächelnd an und sagt zu ihr: „Guck mal. Eine Feder. Die lag wohl im Gras. Jetzt hängt sie an deinem T-Shirt fest“.

Und als Erinnerung an diesen wundervollen Moment nimmt Anna die Feder mit nach Hause und legt sie in ihre Erinnerungskiste. Anna sammelt nämlich immer irgendwelche Dinge in der Natur, die sie an diese aussergewöhnlichen Momente erinnern. Eine Schatzkiste.

Heute kommt also die Verwandlungsfeder dazu. Und sie schimmert ein bisschen adlerbraun. Als Anna die Feder in die Hand nimmt hat sie das Gefühl, dass ein leichter Luftzug ihre Finger streicht. Und eine leichte Gänsehaut überzieht ihren ganzen Körper.

 

Anna und der Wächter der Nacht

Eines Abends, es ist schon lange dunkel und Anna ist hundemüde vom vielen Spielen mit ihrer Freundin Hannah, fällt Anna geradezu ins Bett. Draussen stürmt und regnet es. Mama liest Anna noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Die Geschichte handelt von Drachen und vom Feuerspeien und Anna ist ein bisschen mulmig, weil sie ja so viel Fantasie hat und sich diese Wesen immer richtig gut vorstellen kann. Also…wie die aussehen, was für Gesichtsausdrücke die haben und so. Manchmal meint Anna sogar, dass sie sie hören kann. Mama erzählt sie so etwas gar nicht mehr. Sie sagt immer, das könne gar nicht sein. Erwachsene - grumpf. Was man nicht sehen kann gibt es nicht… aber Anna "sieht" das anders. Sie hat allerdings gelernt bei bestimmten Dingen einfach ihre Klappe zu halten und nichts davon zu erzählen. Mama gibt ihr noch einen Kuss auf die Stirn und steckt die Bettdecke unter ihr fest, damit sie nicht friert.       „Gute Nacht Anna. Schlaf gut. Und wenn es dir mit dem Sturm zu unheimlich wird, dann kommst du einfach zu Mama und Papa.“               „Gute Nacht, Mama.“ 

Einige Minuten später stürmt es aber mal so richtig. Die alten Holztüren klappern, der Wind rappelt an den Fenstern und irgendwie auch ein bisschen am ganzen Haus. Auf einmal prasselt der Regen nur so vor die Fensterscheibe und Anna schlüpft aus dem Bett und stellt sich ans Fenster. Wie gut, dass sie Mama gesagt hat, dass sie die blöden ollen Rollanden heute Nacht nicht runterlassen soll, damit es nicht so klappert. Nun kann sie diesem Schauspiel draussen zusehen. Wow - wie das stürmt und der Regen peitscht nur so durch die Strassen. Waagerecht nennen die Erwachsenen das. Anna sagt dazu immer „gummitwist-recht“; statt waagerecht. Klingt lustiger und die Grossen schauen immer so erstaunt über Annas Zauberwörter. Als Anna so in Richtung Laterne schaut, sieht sie auf einmal mehrere grosse Wesen ( wie Menschen, aber so gross wie ein Haus ) durch die Strasse schreiten. Wahnsinn! Die strahlen sooo eine Ruhe und  Sicherheit aus. Anna öffnet schon den Mund um nach Mama zu rufen, hält sich aber schnell die Hände davor, damit bloss kein Wort ihren Mund verlässt. Anna ist vollkommen fasziniert von diesen Wesen. „Was die wohl wollen?“ fragt Anna sich. Und dann hat sie plötzlich einen Satz im Kopf, der aber gar nicht von ihr selber kommen kann. Nämlich: „Das sind die Wächter der Nacht. Sie beschützen jedes Haus.“ Huch. Wo kommt denn das auf einmal her?! 

 

Aber Anna kennt das schon und erschreckt sich gar nicht mehr. Ihre Tante sagt immer das sei die „Geistige Welt“ - was auch immer das jetzt wieder heissen soll. Geist - ist das ihr Kopf? Aber Geister sind doch so Wesen, die in alten Schlössern herumirren und die Menschen erschrecken. Wie Geister sehen die aber nicht aus. Und sie wirken auch nicht so. Sie wirken so…majestätisch. So rein und voller Liebe und Güte. Anna wartet noch einen Moment staunend am Fenster, ob noch mehr passiert. Aber der Regen lässt langsam etwas nach und Anna geht wieder ins Bett.   Ob sie Mama wohl am nächsten Tag von diesen wundervollen Wesen erzählen soll? Sie kann ja einfach sagen, sie hätte das geträumt. Anna hat immer sehr lebhafte Träume und Mama kennt das schon. Ja, ich verstecke das, was ich gesehen habe, einfach wieder in einem Traum. Dann wundert Mama sich auch nicht. Wie schade, dass sie Mama nicht die Wahrheit sagen kann… aber ihrer Tante…der kann sie das erzählen… die ist nämlich ein Engel - sagt Mama. Mama meint das bestimmt wieder so erwachsenmässig. Engel.     Aber Anna meint das echt.

 

Anna unter Schafen

Anna unter Schafen

Anna hat ein tolles Geburtstagsgeschenk bekommen:

Eine "Auszeit bei den Schafen". Annas Papa wundert sich und sagt: „Brauchen Kinder eine Auszeit? So ein Quatsch.                       Und was soll das überhaupt bringen?!“

Aber wie Papas nun mal so sind: Das Geschenk ist gemacht und nun wird das auch einfach eingelöst. Annas Papa liebt Anna. Auch wenn er das nicht so gut zeigen kann. 

Anna singt im Auto und denkt sich Geschichten über die Schafe aus. Die Schafe bekommen alle Fantasienamen: Flocke, Püschel, der kleine Floh. Zecke. Hihi. Zecke heisst so weil sie ein ganz besonderes Schaf ist - sie weicht einem nämlich nie mehr von der Seite, wenn sie einmal Vertrauen gefasst hat.

Erst war Zecke ganz ängstlich und hat sich immer ganz unauffällig am Ende der Herde aufgehalten. Doch eines Tages stand das scheue Tier plötzlich vor Anna und seitdem hängt es immer an ihrem Rockzipfel. Manchmal nervt Anna das und sie muss es wegschieben. Aber Zecke ist sooo schwer. Schieb du mal ein 40kg-Schaf zur Seite!

Anna war schon ein paar Mal bei den Schafen - auf zwei Kindergeburtstagen und ein Mal hat der Kindergarten einen Ausflug zur Weide gemacht. Die Kindergeburtstage waren sooo toll. Da wurde gefilzt und Wolle gewaschen und da waren viele bunte Perlen und Armbänder wurden gebastelt…

Anna fällt gerade ein, dass die Schäferin beim letzten Besuch gesagt hat, dass die Herde wächst. „Was bedeutet das nun wieder?“, hatte Anna sich damals gefragt. Erwachsene sind manchmal echt merkwürdig und reden oft so komische Dinge.     „Na“, sagte die Schäferin, „es gibt vier neue Lämmer“. „Ach sooo“, prustete Anna. „Weiss ich doch!“  Das hatte sie nämlich schon auf der Internetseite gelesen. Jeden Tag darf Anna 10 Minuten an den Computer ihres Papas. Das ist toll. Da gibt es so viel Spannendes zu erkunden.

Anna singt noch ein bisschen weiter. Sie dichtet dabei einen eigenen Text und denkt sich dabei acht Namen aus. Vier Jungennamen und vier Mädchennamen.  Und heisst schon mal die neuen Lämmer in dieser wundervollen Herde willkommen.

Sie sind da. Papa macht das Auto aus und hilft Anna beim Aussteigen. Er nimmt Anna an die Hand und bringt sie zur Weide. Dann sagt er, dass er zum Auto zurückgehen und dort auf sie warten wird. Er kann mit Tieren nicht so viel anfangen. Und ausserdem hat er seinen Laptop mitgenommen und muss noch etwas arbeiten.

Anna stört das nicht. Bei den Schafen fühlt sie sich nie allein. Da ist so eine Geborgenheit und das Fühlen der Wolle ist so toll. Mama hat mal zu einer ihrer Freundinnen gesagt: „Wenn Anna bei den Schafen ist, ist sie wie unter einer Käseglocke.                 Anna ist dann in einer anderen Welt.“

Heute hat die Schäferin eine ganz besondere Idee: Anna darf sich auf eine Decke legen und die Schafe von hier aus beobachten. Auf der bunten Decke und auf der Erde zu sitzen ist toll. Wie beim Picknick. Und dann holt die Schäferin eine grooosse Kiste voller Möhren hervor, pfeifft, und die Schafe kommen aus der Ferne angerannt. Ui, da springt Anna aber doch kurz noch mal auf und versteckt sich hinter der Schäferin. Als bei den Schafen wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, legt Anna sich wieder hin. Und das ist sooo lustig. Die Schafe legen sich um sie rum und Zecke sogar ein bisschen auf sie drauf. Anna ist irgendwie ein Teil der Herde. Sie verschwindet unter der ganzen Wolle, den vielen Köpfen und Beinen, die um sie herum sind. Das fühlt sich sooo toll an. Nun legt Anna ihren Kopf auf Püschel ab und dann passiert etwas ganz Tolles:        

Anna sieht, dass die Schafe unter der Erde miteinander verbunden sind. Da sind irgendwie ganz viele Wurzeln und Anna fühlt sich wirklich als Teil der Herde. Sie ist sooo glücklich. Das ist ein wundervoller Moment. Alles ist so bunt und ruhig und voller Liebe. Das ist aber wirklich ein ganz besonderes Fleckchen Erde.

So langsam neigt sich die Auszeit dem Ende zu. Anna ist nur ein kleines bisschen traurig, denn sie weiss, dass sie bald wiederkommen kann. Sie hat ihr ganzes Taschengeld gespart und will in der übernächsten Woche wiederkommen. Vielleicht sind dann ja auch schon die neuen Lämmer da. Die Ankunft der Lämmer wird bestimmt wieder gefeiert. So wie jedes Jahr. Dann tanzen und springen alle Schafe wie wild herum und zur Feier des Tages gibt es einen grooossen Ballen Extra-Heu.

Heute kann Anna wieder ganz besonders gut einschlafen. Ihre Haare riechen sogar noch ein bisschen nach Heu und Schaf. Das ist toll.

Anna zählt nicht die Anzahl der Schafe, so wie ihre Freundin Kati es abends immer macht, „1,2,3…“, sondern Anna sagt immer wieder alle Namen der Herde auf. Beim achten Namen ist sie meistens schon eingeschlafen. Heute auch. Sie träumt von dem Rest der Herde weiter. Ein Kuscheltier-Schaf namens Zecke in ihrem Arm, ein Lächeln auf ihrem Gesicht.

 

Anna und die Musik

Anna und die Musik

Eine Nacht im Dezember. Es stürmt und der Wind pfeifft nur so durch die Bäume.  Ein sicheres Zeichen, dass Anna wieder etwas ganz Aussergewöhnliches träumen wird. Und so ist es dann auch. Anna wird vom Klappern der Rollade wach und setzt sich verwundert in ihrem warmen, kuscheligen Bett auf. Sie schaut auf ihren Delphin-Wecker. Es ist 1 Uhr in der Nacht. Puh. Geisterstunde, wie ihr grosser Bruder diese Zeit immer nennt. Anna hat aber keine Angst vor Geistern. Sie ist nämlich schon Mal welchen begegnet. Natürlich im Traum! Da waren sie immer sehr nett zu Anna. Und lachen kann man auch mit denen! Anna sitzt also ganz verschlafen in ihrem Bett und lauscht den Geschichten, die der Wind in dieser Nacht zu den Menschen bringt.

Die meisten Erwachsenen können diese Geschichten aber leider nicht hören. Das findet Anna so schade. Die Grossen sind ja immer mit irgendetwas beschäftigt. Tagträumen gibt es bei denen nicht. Und wenn Anna mal in der Schule kurz wegträumt, bekommt sie von der Lehrerin immer gleich einen blöden Spruch gedrückt. Zum Glück hat Anna eine tolle Tante, mit der sie immer über ihre Träume reden kann. Egal ob Tag- oder Nachttraum. Da muss Anna sich nicht verstecken und kann so reden, wie ihr der Mund steht. Bei Mama muss sie ihre Tagträume immer in Nachtträume verpacken. Denn Nachtträume haben alle. Die sind erlaubt.

Nun aber zurück zu meinem Traum, denkt Anna. Hm. Ich kann mich gar nicht so richtig daran erinnern. Plötzlich hat Anna eine Melodie im Kopf. Und mit der Musik kommt auch die Erinnerung an den Traum zurück:

Anna sitzt am Frühstückstisch. Ein warmer, duftender Kakao steht vor ihr. Im Radio läuft ein wunderschönes Lied. Anna merkt, dass ihr das Herz zur Musik aufgeht. Das ist sooo schön. Als würde sich eine Tür öffnen. Und plötzlich bemerkt sie, dass ein Wesen vor ihr sitzt. Es guckt sie ganz verträumt an und wirkt so, als wäre es irgendwie neidisch auf Anna. Anna kennt sie schon, diese Wesen in ihren Träumen. Das ist eher so eine wabernde Masse. Kein richtiger Körper. Essen und trinken müssen die auch nicht. Das Wesen ist ganz überrascht, dass Anna es sieht.        

Es nimmt all seinen Mut zusammen und fragt Anna, wie sich diese Musik in ihrem Herzen anfühlt. Da ruft Anna: „Gaaaanz warm und weit und irgendwie wie….Liiiiebe!“ „Ah“, seufzt das fremde Wesen „Das möchte ich auch können. Lieben!“ Anna ist ganz entsetzt und traurig zugleich! „Du kannst nicht lieben??“

„Nein“ sagt das Wesen ganz traurig und sinkt auf seinem Stuhl etwas in sich zusammen. „Da, wo ich herkomme gibt es keine Liebe. Kannst du mir beibringen, wie sich das anfühlt?“

Anna überlegt einen Moment. Wie soll das gehen? Wie erklärt man jemandem, wie sich Liebe anfühlt?! Dann hat Anna eine Idee. Sie läuft zum Radio, dreht die Musik noch lauter. Denn je lauter die Musik ist, desto besser kann Anna sie selber spüren. Dann setzt sie sich auf den Stuhl direkt neben das Wesen. Etwas mulmig wird ihr schon…aber dann tut sie es:

Sie nimmt die Hand des Wesens und legt diese auf ihr eigenes Herz. Wow! Was für ein Gefühl! Da fliesst irgendwas! „Das ist Energie“, sagt das Wesen. „Nein“, schmunzelt Anna. „Das ist Liebe.“ Und ihr Lächeln erstreckt sich über ihr ganzes Gesicht, bis hin zu beiden Ohren. Weiter durch den ganzen Körper und zack, direkt ins Herz. Bäng. Und auch das Wesen lächelt jetzt.           Seine Trauer ist verschwunden. Es verändert seine Farbe - ist nicht mehr farblos, sondern golden. Es schimmert richtig.           Anna ist hin und weg. Das ist einfach wundervoll! Sie will nach ihrer Mutter rufen und ihr von dieser zauberhaften Begegnung erzählen. Erinnert sich dann aber daran, dass sie ja schläft und träumt.

Anna und das fremde Wesen sitzen dort nun gemeinsam. Und sie fühlen, wie sich diese Liebe auch im ganzen Raum ausbreitet. „Das ist soooo schön“, flüstert das Wesen. „Danke. Danke. Danke!“ hört Anna es noch ganz leise aus der Ecke des Zimmers sagen. Dann ist das Wesen auch schon durch die Wand des Hauses verschwunden. Weg. Einfach so. Zurück bleibt in der Luft das Bild eines riesengrossen roten Herzens. Es pocht. Es sieht so aus wie dieses Herz auf ihrem Smartphone. 

Im ersten Moment ist Anna ganz traurig. Was war das wieder für ein sonderbares Erlebnis. Im nächsten Moment wird Anna wieder ganz warm ums  Herz. Liebe. Ein tolles Gefühl. Und noch toller, wenn man es teilt.

  

Anna und das Wiedersehen 

Anna und das Wiedersehen 

Anna freut sich schon ganz doll auf das nächste Treffen mit ihren tierischen Freundinnen auf der Weide. Morgen wird grosse Wiedervereinigung gefeiert.

Die Schäferin hat einen ganz besonderen und wichtigen Auftrag. Sie soll helfen, eine ganz seltene Schafart zu retten. Von diesen Schäfchen gibt es nämlich nur noch ganz ganz wenige Tiere. Und jetzt wird für die Nachzucht gesorgt. Dafür wurden drei von den Mädels, wie die Schäferin immer liebevoll ihre Tiere nennt, mit einem Bock zusammen auf einer eigenen Weide gehalten. Damit im Frühjahr wieder neue kleine Lämmer auf die Welt kommen. Anna war erst ganz entsetzt: Die Sally hat doch in diesem Jahr erst ein Baby bekommen…und nun soll sie schon wieder schwanger werden?

Das fühlte sich für Anna aber erst mal gaaar nicht gut an. Kaum ist das kleine Böckchen gross, muss auch schon das Nächste folgen.

Aber Sally sieht das anders. Anna hat nämlich mit ihr "geredet". In Gedanken. Aber irgendwie fühlt sich dieses Reden mit den Schafen ziemlich echt an. Und Sally hat gesagt, dass sie sehr gerne Mama ist. Dass sie es liebt, junge Lämmer gross zu ziehen.   Am liebsten jedes Jahr. Das macht ihr gar nichts aus. Sie hat sogar noch nicht einmal darüber nachgedacht, dass ihr das nicht gefallen könnte. Für sie ist es ganz normal jedes Jahr ein neues Schäfchen auf diese wundervolle Erde zu bringen. Sally liebt ihre Herde und sie liebt es, dass diese jedes Jahr grösser und grösser wird.

Und nun werden also morgen wieder alle Schafe vereint. Nur der Bock, der für die Nachzucht sorgt, kommt wieder auf eine andere Weide. Auch er freut sich, seine Kumpels wiederzusehen. Da gibt es bei allen bestimmt ganz viel zu berichten und erzählen. Alle Schafe sind dann immer ganz aufgeregt. Sie blöken und reden immer ganz wild durcheinander. Sogar die Böcke, die sonst immer so maulfaul sind. Das ist ein Spass. Und sie springen und tanzen über die Weide. Wiedersehensfreude und Freude auf das neue Leben im nächsten Frühjahr.

Alle Schafe stellen sich dann jedes Jahr für einen Moment ganz bedächtig auf die Weide und wünschen sich ganz doll, dass mit dem Nachwuchs alles gut geht und alle gesund und munter über das frische Grün der Wiesen laufen werden.

Nachdem Anna in Ruhe mit Sally geredet hat, geht es ihr wieder gut. Die Trauer ist verflogen. Sie hat genau gespürt, wie sehr Sally sich auf den Nachwuchs freut.

Anna überlegt, warum sie das wohl so traurig gemacht hat. Und warum sie solche Gedanken hatte, die Sally so gar nicht nachvollziehen konnte. Sally sagt immer zu Anna, dass diese nicht so viel denken soll. Sie solle es üben, zu fühlen. Fühlen-Üben. Klingt komisch. Aber irgendwie auch toll. Dann spürt Anna ihr Herz immer so doll. Und ihr wird ganz warm und sie fühlt sich in sich pudelwohl. Ne, denkt Anna…schafwohl. Hihi. Nun lacht Anna aber über ihre neue Wortfindung. Jeden Tag versucht Anna sich ein neues Wort auszudenken. Und am Ende der Woche denkt sie sich aus den ganzen neuen Wörtern eine Geschichte aus.

Auf einmal ist Anna schon wieder traurig: Warum denke ich wohl, dass Sally traurig ist, wenn sie ein neues Lämmchen grossziehen soll? Vielleicht liegt es daran, dass Mama und Papa immer traurig sind, weil Anna so oft krank ist. Sie machen sich dann immer ganz doll Sorgen. Und das will Anna nicht. Sie will ja schliesslich, dass alle glücklich sind. Die ganze Familie.             Am liebsten hat sie es, wenn Mama oder Papa ihr sagen, wie sehr sie Anna lieben. Oma sagt immer, Anna sei ein Goldschatz. Und manchmal, da kann Anna sogar spüren, dass Mama und Papa sie lieben. Da ist wieder die Sache mit dem Fühlen.

Sally sagt immer, dass Fühlen das Wunderbarste und Wichtigste sei, was es gibt.

Manchmal legt Anna sich direkt neben Sally ins Heu. Dann kommen oft noch einige andere Schafe angerannt und es kommt zu einer grossen Kuschelei. Sally ist irgendwie ein ganz besonders Schaf. Sie vertraut allen Menschen und öffnet damit eine Tür für die anderen Schafe. Für die, die nicht so zutraulich sind. Anna sagt zu Sally immer: Herzöffner-Schaf. Sie öffnet die Herzen der Menschen und der Schafe. 

Anna und Sally liegen also ganz eng aneinander gekuschelt zwischen dem Heu und Sally sagt: „Anna, was fühlst du jetzt“.   Und Anna überlegt dann einen Moment und sagt: „Ich fühle den Wind auf meinem Gesicht. Und ich fühle deine wundervolle, weiche Wolle. Und du?“ „Ich fühle, dass du ein ganz besonderer Mensch bist.“ Oh, da freut Anna sich aber. „Und ich fühle, dass du oft traurig bist.“ „Ja“, sagt Anna. „In letzter Zeit fliessen wieder so viele Tränen bei mir“. Sally nickt bedächtig und sagt dann zu Anna: 

„Stell dir vor, dass jede Träne eine Seifenblase ist, die davonfliegt. Etwas Leichtes entsteht, während du weinst. Etwas Schweres verlässt deinen Körper und du wirst so leicht, dass du selber in Gedanken fliegen kannst. Stell dir vor, du fliegst mit den Seifenblasen um die Wette.“ „Jaaaa“, schreit Anna und stupst Sally mit dem Finger an die Nase. Und dann gibt sie ihr einen Kuss auf den Kopf. Sally bleibt ganz ruhig liegen und lässt alles mit sich geschehen, denn sie weiss, wie wichtig das jetzt gerade für Anna ist.

„Sally, ich kann fliiiiiegen! Ich fliege über die Weide, setze mich ganz oben auf einen Baum und schaue mir die Welt aus der Ferne an. Das ist toll.“ Und ganz viele bunte, regenbogenfarbene Seifenblasen begleiten Anna in die Baumkrone. Da ist ein Gekicher und Gelache. Einige platzen vor Freude und die Welt um Anna ist nicht mehr dunkel, sondern so voller Farben, Freude und Liebe.

Und obwohl die Stunde nun gleich vorbei ist, bleibt Anna in Gedanken noch ein bisschen in der Baumkrone sitzen. Sie hüpft sogar mit einigen Seifenblasen um die Wette und springt von Ast zu Ast. Und wenn Anna mal wieder traurig ist, stellt sie sich einfach vor, wie es ist, mit den Seifenblasen zu fliegen.

 

Anna und der rasende Zug

Anna und der rasende Zug

Anna erwacht mitten in der Nacht mit klopfendem Herzen. Sie ist ganz verschwitzt und noch etwas orientierungslos. „Wo bin ich?“ ruft sie laut. Mama kommt schon zur Tür herein und schaut Anna ganz liebevoll und etwas sorgenvoll an. „Hast du wieder schlimm geträumt?“ und sie streicht Anna vorsichtig eine Strähne aus der Stirn.

„Möchtest du mir von deinem Traum erzählen?“ fragt Mama ganz leise und vorsichtig. Sie weiss, dass Anna in diesen Momenten immer ganz besonders sensibel ist. Denn nicht nur ihre Träume sind besonders intensiv. Anna ist ein sehr sensibles Kind. Nimmt Dinge wahr, die andere Menschen nicht spüren. So zum Beispiel die Energie, die Menschen und Tiere ausstrahlen. Daher braucht Anna auch immer ganz viel Zeit für sich. „Nun“, sagt Mama. „Erzähl doch mal“.

Anna nimmt all ihren Mut zusammen. Will sie von diesem „Erlebnis“ wirklich berichten? Auf der anderen Seite tut es gut, sich den Schmerz von der Seele zu reden…sie kennt das ja schon.

„Mama, ich war in einem fahrenden Zug. Der Zug war sooo schnell. Am Anfang hat er einige Male angehalten und immer mehr traurige Menschen sind eingestiegen. Das war ein ganz besonders abscheulicher Zug. Der nannte sich „Zug der Trauer“. Die Menschen sind an den einzelnen Haltestellen dazu gestiegen….und je mehr Menschen im Zug sassen, desto schneller wurde er. Zum Schluss hat er durch die viele Trauer gar nicht mehr stoppen können. Und ich dachte im Traum immer: Ich muss hier raus. Aber ich kann nicht! Da war so ein Sog! Das war ganz doll schlimm“.

Anna musste erst mal eine kleine Pause einlegen um sich etwas zu beruhigen. Papa hatte Anna inzwischen eine Heisse Milch mit Honig zubereitet und setzte sich auf die andere Seite des Bettes. So sassen die drei nun zusammen. Die Eltern besorgt um ihr kleines Mädchen. Anna immer noch ganz verweint und die Tränen liefen und liefen.

„Dann habe ich plötzlich eine Frau draussen gesehen. Eigentlich war es eher ein Engel, denn sie konnte fliegen. Sie hat mir zugewinkt und gesagt, ich könne aus dem Zug aussteigen, wenn ich gaaaaanz doll an etwas Schönes denke!" 

"Dann habe ich daran gedacht, wie wir letzte Woche alle zusammen Schlitten gefahren sind. Das hat sooo viel Spass gemacht. Und dann haben wir doch noch das Picknick im Schnee gemacht. Daran habe ich also gedacht. Und dann wurde plötzlich von aussen das Zugfenster herunter geschoben und die Frau hat mich aus dem Zug gehoben. Wir sind noch einige Meter bis zum Bahnhof durch die dunkle Nacht geflogen und dann hat mich der Engel dort abgesetzt."

"Ihr beiden habt schon auf mich gewartet und ihr habt mich in eine dicke, warme Decke gewickelt. Mein Herz ist vor lauter Freude auf- und abgesprungen. Ich war sooo glücklich als ich euch gesehen habe und als ich gefühlt habe, wie sehr ihr mich liebt. Ein Teil der Liebe ist vor Freude über den ganzen Bahnhof gehüpft und dem Zug hinterher." 

"Vielleicht", dachte ich, "schafft die Liebe es ja, sich so doll im Zug auszubreiten, dass der anhält und alle traurigen Menschen wieder aussteigen können. Das habe ich mir so sehr gewünscht! Und dann haben wir alle drei dem Zug hinterher geschaut." 

"Plötzlich ist er mit quietschenden Bremsen und rauchenden Reifen stehen geblieben. Eine riesige Wolke aus Liebe hat den Zug umhüllt und alle Menschen sind aus dem Trauerzug ausgestiegen. Die waren schon nicht mehr ganz so traurig. Einige hatten sogar ein kleines Lächeln im Gesicht! Ich habe den Zug direkt umgetauft in Zug-der-Hoffnung." 

„Oder“, sagt Anna: „Wie findet ihr Liebeszug?!“


 

Anna und der Zauberring

Eines Abends geht Anna traurig und mit einem Gefühl der Einsamkeit ins Bett.

Sie fühlt sich so allein auf dieser Welt. „Ach, hätte ich doch wenigstens ein Haustier. Einen Hund oder eine Katze. Zumindest aber ein Meerschweinchen. Dann könnte ich mit ihm kuscheln und wäre nicht so einsam.“ Aber Mama und Papa wollen kein Tier - die machen Dreck und brauchen so viel Zeit. Und jemand muss sich immer darum kümmern.

Anna fragt sich dann immer, was Mama mit der Zeit sonst anfangen will?! Mit ihren Freundinnen Kaffee trinken? Und über so komische Erwachsenendinge reden? Dazu hat sie Zeit….dann hätte sie doch auch Zeit für eine gemeinsame Runde im Wald. Aber nein, Mama und Papa wollen das nicht. Ach, Erwachsene sind schon manchmal komisch.

Anna kuschelt sich an ihren schwarzen Panter „Pelle“ und fällt fast augenblicklich in einen tiefen Schlaf.

Im Traum befindet sie sich plötzlich am Eingang einer Höhle. Ob sie sich wohl trauen soll, hineinzugehen? Es scheint dort schon ein bisschen dunkel und kalt zu sein. Als Anna noch so hin- und her überlegt, kommt ein alter Mann aus der Höhle auf sie zu. Er sagt, er sei eine alte Seele, ein alter Schamane, lächelt sie an, reicht ihr die Hand und lädt sie ein, sich zu ihm ans Feuer zu setzen. Anna ist überrascht, dass es in der Höhle gar nicht so kalt ist. Im Gegenteil. Es ist richtig gemütlich, das Feuer spielt seine Schatten an die Wände, es ist so schön warm hier. Anna fühlt sich gleich geborgen. Das kennt sie gar nicht. Dieses Gefühl der Geborgenheit, wenn sie mit fremden Menschen zusammen ist. Und dann noch in einer Höhle!

Papa sagt immer, sie solle sich vor fremden Menschen hüten. Und sich nicht irren lassen…Menschen seien oft grausam und man müsse sehr vorsichtig sein.

Das sagt sie dann auch dem Schamanen. Der nickt und sagt, ihr Vater sei ein schlauer Mann, aber er hätte verlernt was es heisst, den Menschen zu vertrauen. Sicher gibt es viele Menschen, die Böses im Sinn haben, aber es gibt mindestens genau so viele, die es gut mit einem meinen.

Der Schamane kramt in einer Kiste und holt einen alten Ring hervor. Mit einem blauen Stein darin.

Der Stein erinnert Anna ein wenig an das Meer aus dem letzten Familienurlaub. Da waren sie in Griechenland. Das Meer war warm, der Sand war fast weiss und das Wasser hatte eine wunderschöne blaue Farbe, es wirkte sogar ein bisschen grün oder türkis.

Der Schamane sagte, dass das ein Zauberring sei. Und dass er diesen Anna gerne schenken würde. Ob sie denn von ihm ein Geschenk annehmen möchte? Anna überlegte kurz und sagte dann: Ja, ich träume ja gerade. Und im Traum hat Papa bestimmt nichts dagegen, wenn ich von dir ein Geschenk annehme. Aber warum ist das ein Zauberring?, dachte Anna. Der sieht doch ganz gewöhnlich aus. Der Schamane schaut Anna an und sagte: „Der Ring leuchtet immer auf, wenn Dir ein Freund begegnet und du auf eine Person triffst, die es gut mit dir meint.“

Anna ist völlig perplex. Hatte sie den Satz gerade etwa laut ausgesprochen? Naja, egal, jetzt wurde Anna aber neugierig. Ein Ring, der Freund und Feind unterscheiden kann? Das bedeutet ja, dass ich Menschen gegenüber in Sicherheit bin und wenn mir ein fremder Mensch über den Weg läuft, mich anspricht, und der Ring nicht leuchtet….dann lauf ich einfach schnell weiter und rede gar nicht weiter mit dem Menschen. „Genial!“ schreit Anna - und erschreckt sich selber über die Lautstärke ihres Ausrufes. Sie hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass sie in der Höhle ist und dass es hier so schallt!

Der alte Schamane überreichte ihr den Ring mit einem tiefen Lächeln im Gesicht.                                                                                         Jetzt fragt ihr euch sicherlich, was ein tiefes Lächeln ist - das ist ein Lächeln, das von Herzen kommt. Von ganz tief drinnen. 

Anna nimmt den Ring ein bisschen ehrfürchtig entgegen und steckt ihn an ihren Finger. Er beginnt sofort zu leuchten.

„DU BIST EIN FREUND“, schreit Anna. Und dieses Mal erschreckt sie sich gar nicht über den Schall-Schrei. Anna bedankt sich bei dem alten Mann und verlässt freudestrahlend die Höhle.

Als sie nach draussen geht, bemerkt sie, dass sie noch in ihrem warmen Bett liegt und die kleine Nachttischlampe mit den Delphinen leuchtet. Mama steht vor ihr und will ihr noch einen Gute-Nacht-Kuss geben. Sie kommt gerade von ihrer Spätschicht nach Hause. „Anna, du strahlst ja so. Hast Du etwas Schönes geträumt?“

 „Ja“, sagt Anna….oder war es etwa gar kein Traum?

 

©Copyright. Bilder, Texte und Fotos von Stefanie Bräunig